SELbsterkundung und Förderung Individueller Entscheidungen (SELFIE)

Eine begründete Berufs- oder Studienentscheidung vor dem Einstieg in den Ausbildungs- bzw. Studienprozess ist sowohl für die Individuen als auch für die Gesellschaft von herausragender Bedeutung. Dieser Entscheidung geht ein längerer Prozess voraus, in dem individuelle Interessen, Wünsche und Fähigkeiten sowie familiär geprägte Werte und Erwartungen mit den wahrgenommenen Anforderungen und angebotenen Möglichkeiten der Arbeits- und Berufswelt subjektiv in Einklang gebracht werden müssen. Um aus der Vielzahl möglicher Berufsfelder und Berufe zu wählen, ist zunächst eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Person erforderlich. Für die Weitergabe arbeitsmarktrelevanter und berufskundlicher Informationen sowie für Berufsfelderfahrungen bestehen bereits vielfältige Angebotsformen innerhalb der (schulischen) Berufsorientierung in Mecklenburg-Vorpommern.

Den Anteil von Selbstreflexions- und Selbsterkundungsräumen an allgemeinbildenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern zu erhöhen und diese mit den bestehenden Maßnahmen zu verknüpfen um im fortscheitenden Prozess systematische Reflexionsräume zu eröffnen, steht im Fokus des Projekts SELFIE: „Selbsterkundung und Förderung individueller Entscheidungen“.

Das Vorhaben wird kooperativ durch das Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) und das Institut für Berufspädagogik (ibp) an der Universität Rostock realisiert. Es ist eingebettet in das Schulmodellvorhaben "Integrierte Berufsorientierung" des Landes Mecklenburg-Vorpommern, welches unter der Federführung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (MBWK) steht und in das 21 allgemeinbildende Schulen des Landes involviert sind.

Ziele des Projektes

  • Einbettung der „Potenzialanalyse“ mit Betonung der individuellen Selbsterkundung in die schulische Berufs- und Studienorientierung sowie systematische Verknüpfung der „Potenzialanalyse“ mit anderen Berufsorientierungsmaßnahmen,
  • Entwicklung eines jahrgangsübergreifenden, modularen Verfahrens: Kombination von Elementen, die sich wiederholen und die individuelle Entwicklungen aufzeigen sowie Elementen, die den einzelnen Phasen der Berufswahl gerecht werden und thematische Fokussierungen ermöglichen,
  • Erarbeitung eines SELFIE-Aufgaben- und Methodenpools für die Phasen „Einstimmen“, „Erkunden“ und „Entscheiden“ sowie von Informationsmaterialien, Handreichungen und Arbeitsblättern
  • Erarbeitung eines Konzepts für Multiplikator*innen- bzw. Lehrer*innenfortbildungen sowie Empfehlungen für den Transferprozess
  • Intensivierung der empirischen Berufswahl- und Berufsorientierungsforschung

Vorgehensweise

  • partizipative Entwicklung und Erprobung des SELFIE-Verfahrens und der SELFIE-Module für die Klassenstufen 7, 8 und 9 in Kooperation mit 11 allgemeinbildenden Schulen
  • wissenschaftliche Begleitforschung

Erwartete Projektergebnisse

  • Konzept für das SELFIE-Verfahren
  • SELFIE-Aufgaben- und Methodenpool sowie Handreichungen und Informationsmaterialien
  • Empfehlungen für den Transfer sowie für Fortbildungen
  • Fachpublikationen und -vorträge

Projektlaufzeit

Januar 2017 bis Oktober 2019

Das Projektvorhaben wird im Rahmen des bundesweiten Berufsorientierungsprogrammes (BOP) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Dem Vorhaben liegt eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Bund und dem Land Mecklenburg-Vorpommern zugrunde.

Ansprechpartnerin

Dr. Claudia Kalisch

Institut für Berufspädagogik | Philosophische Fakultät | Universität Rostock | August-Bebel-Str. 28, Raum 4042 | 18055 Rostock | Tel: +49 (0) 381 498-3591 | Fax: +49 (0) 381 498 2694 | E-Mail: claudia.kalisch(at)uni-rostock(dot)de | Web: www.ibp.uni-rostock.de

Weiterführende Links

Informationen zur schulischen Berufs- und Studienorientierung in Mecklenburg-Vorpommern:

Informationen zum bundesweiten Berufsorientierungsprogramm (BOP) sowie den durch dieses Programm geförderten „Potenzialanalyse-Verfahren“: