Pilot-Studie „Studienorientierung, Studierfähigkeit und Studienerfolg“ an der UR

Abbildung 1: Gesamtmodell Studierfähigkeit - aufbauend auf Bosse et al. 2014 (van den Berk et al. 2016).
Abbildung 2: Komponenten von Studierfähigkeit (van den Berk et al. 2016: 31). [2]

Projektlaufzeit

09/2017 – 04/2019

Projektpartner*innen

Zum Thema

Studierfähigkeit stellt sich als ein über einen langen Zeitraum herausbildender persönlicher Umgang mit Herausforderungen des Studiums auf verschiedenen Ebenen dar (u.a. fachliche, persönliche organisationale) und wird dabei von Kontextfaktoren und individuellen Komponenten beeinflusst. Bereits während der Schulzeit werden hierfür erste Grundsteine gelegt (Grundkompetenzen Verstehen und Schreiben) und im Rahmen des Studiums erfolgt die Weiterentwicklung (Fachspezifische Inhalte und Transferleistungen). Der Übergang von der Schule in die Hochschule gestaltet sich auf vielschichtige Art und Weise problematisch (u.a. siehe Schwund- und Abbruchquoten, insbesondere in den ersten drei Fachsemestern).

Nach dem Hamburger Modell (siehe Abbildung 1) gestaltet sich die „Studierfähigkeit“ als ein veränderbarer und anpassungsfähiger persönlicher Umgang des Einzelnen, abhängig von Eingangsvoraussetzungen und Studienziel. Die Autor*innen des Hamburger Forschungsteams (vgl. van den Berk et al. 2016) bieten eine Definition, die sowohl individuelle, personale, soziale und organisationale Komponenten vereint (siehe Abbildung 2). Das Modell wurde gewählt, da mittels einer umfangreichen Stichprobe eine hohe Validität gewährleistet ist und das Projekt sich nahe am Studienalltag orientiert. Sie formulieren, dass Studierfähigkeit „aus dem Zusammenspiel derjenigen Kompetenzen [bestehe], die ein gelingendes Studium ermöglichen, d.h. individuelle Studienziele im Rahmen studienspezifischer Anforderungen zu verfolgen. Die Entwicklung dieser Kompetenzen vollzieht sich in der Interaktion individueller Voraussetzungen und zur Verfügung stehender Ressourcen mit den für die jeweilige Studienphase und Studienrichtung spezifischen Anforderungen.“ [1]

[1] Bosse, Elke/ Schultes, Konstantin/ Trautwein, Caroline (2014): Universitätskolleg Hamburg, Teilprojekt 33 und 34,  https://www.universitaetskolleg.uni-hamburg.de/projekte/tp34.html.

[2] van den Berk , Ivo/ Petersen, Kirsten/ Schultes, Konstantin/ Stolz, Katrin (2016): Studierfähigkeit. Theoretische Erkenntnisse, empirische Befunde und praktische Perspektiven. Universitätskolleg-Schriften Band 15. Universität Hamburg.

Zielstellungen und Arbeitsschwerpunkte

Das Projekt fokussiert das Thema „Studierfähigkeit“ und untersucht insbesondere die Einstellungen, Erfahrungen und Rahmenbedingungen der beteiligten Akteur*innengruppen: Studierende, Dozierende und Lehrer*innen. Genutzt werden sowohl  qualitative als auch quantitative Instrumente. Die Methodentriangulation gewährleistet eine umfassende Betrachtung des Konstrukts „Studierfähigkeit“ und verdeutlicht gleichzeitig den Prozesscharakter. Wesentliches Ziel ist es, im Projektverlauf die Herausforderungen und Spezifika bestimmter Fachbereiche bzw. Studiengänge in Hinblick auf Studierfähigkeit und Studienerfolg zu identifizieren sowie Stellschrauben für einen höheren Studienerfolg zu markieren. Um konkretere Ergebnisse zu erzielen, arbeitet das Projekt „Studierfähigkeit“ zusammen mit dem Projekt „Studienerfolg und -misserfolg im Lehramtsstudium“.

Bisherige Arbeitsschritte:

  • theoretische Annährung an das Konstrukt „Studierfähigkeit“
  • Auswertung der Daten des Universitäts-Controllings (Wechsel- und Abbruchquoten) ausgewählter Studiengänge
  • Studierendenbefragung (in den Studiengängen Wirtschaftswissenschaften und Informatik)
  • März 2017: Erstellung erster Zwischenbericht zum Thema „Studierfähigkeit“
  • Ergänzung der Studieneingangsbefragung der Hochschul- und Qualitätsentwicklung (HQE) in Bezug auf „Studierfähigkeit“

Bisherige Arbeitsschritte (im Studiengang Informatik):

  • Analyse der Mathematikmodule
  • Interviews mit Lehrer*innen der allgemeinbildenden Schulen im Fach Informatik
  • Untersuchung des Zusammenhangs von Hochschulzugangsberechtigung und den Anforderungen im Studienfach Informatik
  • Zusammenfassung der bisherigen Datenerhebungen und Befragungen im Fach Informatik zum Thema „Studierfähigkeit“ und „Studienerfolg“
  • Sommersemester 2018: zweite Erhebungsphase der Informatik-Erstsemesterkohorte aus dem Wintersemester 2017/18

Derzeitige Arbeitsschritte:

Erhebungen im Studienfach Informatik:

  • Wintersemester 2018/19: Vollerhebung aller Erstsemesterstudierenden des Studienfachs Informatik (Fragebogen) zum Thema „Studiensituationen und studentische Wahrnehmung“
  • Wintersemester 2018/19: ergänzende wöchentliche Erhebung der aktuellen Studiensituation
  • Wintersemester 2018/19: Durchführung eines Erstsemester-Projekts in Kooperation mit der Fakultät für Informatik (Stärkung des Berufsfeldbezugs)

Ansprechpartnerin im ZLB

Juliane Wegner