Migration und Vielfalt im schulischen Alltag

Schule ist ein zentraler Ort gesellschaftlicher Aushandlung. In einer von Migration geprägten Gesellschaft stehen pädagogische Fachkräfte vor der Aufgabe, Vielfalt professionell zu gestalten, Diskriminierung zu erkennen und sichere Lernräume für alle Schüler:innen zu schaffen. Die Veranstaltungsreihe nimmt diese Herausforderungen multiperspektivisch in den Blick und verbindet aktuelle Forschungsergebnisse mit praxisnahen Impulsen für Schule und Unterricht.
 Die Reihe richtet sich an (angehende) Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Interessierte, die ihre professionelle Haltung reflektieren, Handlungssicherheit gewinnen und Schule als diskriminierungssensiblen, kooperativen und lernförderlichen Ort weiterentwickeln möchten.

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Das sind die Termine im Sommersemester 2026

Daten & Trends - 27.04.2026

Die Veranstaltung präsentiert zunächst aktuelle Daten, Zahlen und Trends zu Rassismus und Diskriminierung in Deutschland auf Grundlage des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa). Im zweiten Teil wird die Befundlage zu Rassismus und Diskriminierung im Bildungskontext anhand einschlägiger Studien dargestellt und eingeordnet. Dabei stehen schulische Erfahrungen, institutionelle Mechanismen und ihre Folgen für Bildungsbiografien im Fokus. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt und in einem groben Umriss zentraler Handlungserfordernisse diskutiert, die Ansatzpunkte für Schule, pädagogische Praxis und Bildungspolitik aufzeigen sollen.

Termin: 27.04.2026 (Montag) | 17:15 - 18:45 Uhr 

Ort: online via Zoom

Referent: Dr. Kien Tran (Nationaler Diskriminierungs- und Rassismusmonitor)

Fluchtsensibles Unterrichten & sichere Lernumgebungen - 04.05.2026

Täglich stehen Fachkräfte in der psychosozialen Arbeit vor der Herausforderung, schwer belasteten Kindern und Jugendlichen ein Gegenüber zu sein, das es diesen ermöglicht, Halt und Struktur (wieder-) zu finden, den institutionellen Anforderungen gerecht zu werden und im Laufe der Zeit verlässliche Bindungen zu erleben. Gerade im Kontext von Schule stellen Extremerfahrungen wie Gewalt oder Flucht für Lehrer:innen eine besondere Herausforderung dar, weil sich traumatische Erfahrungen in den pädagogischen Beziehungen spiegeln und zu einer affektiven Beteiligung und Belastung aller führen können. Der Vortrag gibt Impulse, welcher Haltung und professioneller Kompetenzen es bedarf, Betroffene hilfreich zu begleiten, um sicherere Orte zu gestalten, in denen Lernen (wieder) möglich ist. Auf diese Weise können pädagogische Beziehungen tragfähiger und Fachkräfte entlastet werden. Auch Grenzen traumasensibler Arbeit in der Schule werden benannt sowie hilfreiche Kooperationsmöglichkeiten.

Termin: 04.05.2026 (Montag) | 17:15 - 18:45 Uhr 

Ort: online via Zoom

Referentin: Birgit Bucher

Interkulturelle Kompetenzen und kultursensible Gesprächsführung - 01.06.2026

In der Veranstaltung werden zentrale Hintergründe von Flucht und Migration eingeordnet, um interkulturelle Kompetenzen sowie eine kultursensible Gesprächsführung zu stärken. Dabei wird der Kulturbegriff kritisch reflektiert und mögliche Konfliktfelder werden beleuchtet. Neben theoretischen Grundlagen liegt der Schwerpunkt auf praxisnahen Beispielen und konkreten Handlungsempfehlungen.

Termin: 01.06.2026 (Montag) | 17:15 - 18:45 Uhr

Ort: online via Zoom 

Referentinnen: Henrike Warttmann & Franziska Rebentisch (Psychosoziales Zentrum für Geflüchtete und Migrant*innen, Rostock)

 

Netzwerke stärken – Zusammenarbeit und Verantwortung im Unterstützungssystem - 15.06.2026

Im Fokus stehen Kooperation, Systeme und professionelle Grenzen. Wir geben einen Überblick über schulische Beratungssysteme und nehmen externe Unterstützungsangebote (z. B. Sozialarbeit, Psychologie, Beratungsstellen) in den Blick. Gemeinsam erörtern wir Kooperationsmöglichkeiten sowie die Rolle und Verantwortung von Schule im Netzwerk.

Termin: 15.06.2026 (Montag) | 17:15 - 18:45 Uhr 

Ort: online via Zoom 

Elternkooperation in der Schule der Migrationsgesellschaft - 22.06.2026

Gute Schule-Eltern-Beziehungen sind wichtig, damit Kinder sich in der Schule wohlfühlen und Bildungserfolge erzielen. Lehrkräfte empfinden es oft als Herausforderung, solche Beziehungen aufzubauen – besonders dann, wenn Eltern aus einem anderen Land kommen als sie selbst. Senior Researcher Dr. Dita Vogel von der Universität Bremen erläutert in einem Vortrag zentrale Aspekte, die im Migrationskontext bedacht werden müssen: 

  • Unterschiedliche Erwartungen an das Schulsystem,
  • die Suche nach Verständigungsmöglichkeiten bei Mehrsprachigkeit
  • und der Umgang mit wechselseitigen Zuschreibungen. 

Basierend auf einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt werden dazu grundsätzliche Haltungsfragen thematisiert und praktische Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, die kritisch diskutiert werden können.

Termin: 22.06.2026 (Montag) | 17:15 - 18:45 Uhr 

Ort: online via Zoom 

Referentin: Dr. Dita Vogel (Universität Bremen)