Wie die Lehrer*innenbildung nach Rostock kam…

Die Lehrer*innenbildung in Rostock kann wie vielerorts auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurückblicken und hat sich im 20. Jahrhundert rasant entwickelt. Der Weg zur universitären Ausbildung der Lehrer*innen, wie wir sie heute kennen, war dennoch nicht immer ein geradliniger.  

Bereits während der Weimarer Republik war die akademische Ausbildung der sogenannten „Lehrerschaft“ Teil der Verfassung. Die zuvor ausbildenden „Lehrerseminare“ und die darauf vorbereitenden „Präparandenschulen“ wurden in diesem Zuge geschlossen. Ersetzt wurden sie vom Pädagogischen Institut. Grundvoraussetzung für die Aufnahme, wie noch heute üblich, war die bestandene Abiturprüfung.

Die Eröffnung des Pädagogischen Instituts in Rostock erfolgte am 27.04.1926. Zugelassen wurden ab 1927 nur Absolvent*innen, die zuvor die landesweiten Lehranstalten besucht hatten. Trotz dessen die Lehrerbildung von Lübtheen und Neukloster nach Rostock verlagert wurde, blieb ihr die Ankopplung an die Landesuniversität verwehrt, obgleich dies bereits durch die Reichsverfassung gefordert worden war. Das Pädagogische Institut wurde daher als eigenständige Einrichtung aufgebaut und von der Universität getrennt geführt.

Ab April 1928 wurde der Großteil der Dozenten, die in einem Gebäude auf dem Vogelsang, dem ehemaligen ritterschaftlichen Archiv, lehrten, zu Professoren ernannt.

Der damals vorherrschenden Meinung nach waren die ausgebildeten Volksschullehrer*innen mehr Erzieher*innen als Bildungsvermittler*innen. Diesen Zustand versuchte das Pädagogische Institut aufzubrechen: Die fachwissenschaftliche Ausbildung rückte vermehrt in den Fokus. Hinzu kamen die methodischen, pädagogischen und schulpraktischen Unterweisungen. Damit unterschied sich die Ausbildungsweise vom Großteil der übrigen preußischen Lehrerbildungsakademien. Möglich war dies, weil die Einrichtung der pädagogischen Ausbildung in Länderhand blieb, obwohl sie auf dem Reichstag verabschiedet wurde.

Die Ausbildung am Rostocker Pädagogischen Institut dauerte zwei Jahre. Bemerkenswert ist auch, dass die Mehrheit der Lehrer*innen für Schulen vorbereitet wurden, die ein bis zwei Klassen mit unterschiedlichen Altersstufen umfassten. Daher setzte die fachwissenschaftliche Ausbildung auf jeweils ein naturwissenschaftliches und ein geisteswissenschaftliches Fach. Praktische Stunden und Hospitationen waren ebenso Teil der Ausbildung. Die enge Verknüpfung mit der Schulpraxis war somit bereits vor dem Zweiten Weltkrieg ein Thema in der Lehrer*innenbildung.

Von den insgesamt 15 Akademien, die in der Weimarer Zeit entstanden, wurden etliche bis 1932 auf Grund fehlender finanzieller Mittel geschlossen. Der Standort Rostock blieb bestehen und wurde, wie viele andere Institute unter nationalsozialistischer Herrschaft, zur Hochschule für Lehrerbildung umbenannt. Bis 1932 besuchten insgesamt 310 Studierende das Pädagogische Institut auf dem Vogelsang.

An den Hochschulen wurde sich gemäß der Richtlinien zur Ausbildung der „Lehrerschaft“ auf die Erziehung im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie konzentriert. Spätestens mit Kriegsbeginn wurden erste Hochschulen aufgrund zurückgehender Immatrikulationen geschlossen oder durch Lehrerbildungsanstalten ersetzt.

Nach Kriegsende, am 24.02.1946 – Mecklenburg war Teil der sowjetischen Besatzungszone – wurde die Universität Rostock wiedereröffnet. Die Lehrer*innenbildung wurde – vertreten durch die Pädagogische Fakultät – Teil der Universität.

Im Rahmen des zehnjährigen ZLB-Jubiläums wurde die Geschichte der Lehrerbildung ab 27. Mai 2019 mit der dazugehörigen Posterausstellung im 1. Obergeschoss des Universitätshauptgebäudes ausgestellt. Anschließend zog die Ausstellung in die Räumlichkeiten des ZLBs.

 

Die Plakate als PDF gibt es hier.


Kontakt zu den Autorinnen:

Bei Fragen, Anregungen und/oder Feedback zum Projekt „Inklusion? Do it yourself!“ wenden Sie sich bitte an:
Tina Czaja
tina.czaja@tu-dresden.de

Für Fragen zum Material und für weitere Materialideen wenden Sie sich bitte an:
Mona Mergemeier
momergeme@web.de
quergedacht__ (Instagram)

Inklusion? Do it yourself! Materialvielfalt im inklusiven Unterricht

Beitrag aus Juni 2021

In Zusammenarbeit mit Tina Czaja, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung (ZLSB) der Technischen Universität Dresden (TU Dresden), hat die ehemalige Sonderpädagogikstudentin unserer Universität, Mona Mergemeier, einen kostenlosen DIY-Angebotskatalog für Lehrkräfte herausgebracht. Dieser Katalog enthält zahlreiche inklusive Lehr-Lern-Materialien zum Selberbasteln. Alle Materialien sind differenziert aufbereitet und mit Nutzungsszenarien für verschiedene Unterrichtsfächer verknüpft. Zudem gibt es eine Kategorie „Inklusion und Digitalisierung“, in der verschiedene Lehr-Lern-Tools bzw. Lehr-Lern-Apps vorgestellt werden.

Ein großer Dank gilt Rolaine Gatmaitan, Anja Weitzmann und Anne Sophie Neubert für ihre tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung der Broschüre.

Die Broschüre beinhaltet viele Materialideen, die Mona Mergemeier bereits auf ihrem Instagram- Account (quergedacht__) vorgestellt hat. Dort wird neben Materialien auch vom Schulalltag sowie Alltag einer Referendarin berichtet. Um also zusätzliche Anregungen und Inspirationen zu erhalten, lohnt sich ein Blick auf dieses Profil. 

Unter folgendem Link können Sie die Broschüre kostenlos herunterladen sowie weitere Informationen zum Projekt erhalten: https://tu-dresden.de/zlsb/forschung-und-projekte/lehr-lern-raum-inklusion/diy-inklusion?set_language=de

Bei Verwendung der Inhalte wird folgende Zitierung empfohlen:
Czaja, T. & Mergemeier, M. (2021). Inklusion? Do it yourself! Materialvielfalt im inklusiven Unterricht. Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung (ZLSB). Technische Universität Dresden. Abrufbar unter: https://tu-dresden.de/zlsb/forschung-und-projekte/lehr-lern-raum-inklusion/diy-inklusion?set_language=de [Datum des Abrufes]


In der Onlinelehre getrennt – durch Musik wieder vereint!

Please note: Once you watch the video, data will be transmitted to Youtube/Google. For more information, see Google Privacy.

Wie es zu diesem Song kam....

Beitrag aus Februar 2021

Am Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) ist seit August 2019 das Projekt "Digitale Lehre an der Universität Rostock" angesiedelt. Unter dem zusätzlichen Druck der ersten Corona-Welle und der damit verbundenen kompletten Umstellung auf die Online-Lehre wurden in diesem Projekt etliche Weiterbildungen und Materialien für die Dozierenden entwickelt und bereit gestellt.

Aber es zeigte sich rasch, technische und methodische Umstellungen sind nur die eine Seite der Medaille. Das fehlende Sozialleben, kein persönliches Miteinander und Lernen - oft ganz allein, zeigt die andere Seite. Sorgen und Nöte bzgl. neuer Prüfungsformen etc. kommen noch oben drauf.

Es ist dann schnell klar geworden - einfach nur die Lehre mit digitalen Mitteln fortsetze funktioniert nur teilweise. Wir müssen auch neu denken. Und hier kam die alte Idee von der Musik als Zeit und Raum überspannende Sprache ins Spiel. Mit Musik ein Verbundenheitsgefühl versuchen zu erzeugen - Mitwippen vor dem Bildschirm - einen Anlass schaffen für Austausch und Gemeinschaft.

So ist der Auftrag an Wolfgang Schmiedt ergangen und schnell war klar, es muss auch ein Video her. Dazu wurde die "Von anfang anders - Filmproduktion" ins Boot geholt. Studierende und Dozierende haben ihre Ideen oder auch Änderungswünsche in die Videokonzeption einfließen lassen und als Akteure im Video mitgewirkt.
Das Video zeigt, wie sich Hörsäle leeren und Videoschalten zunehmen, von Einsamkeit und Frust aber auch von der Möglichkeit, doch soziale Beziehungen zu pflegen und von der Vision oder auch Erinnerung vom gemeinsamen Tanzen und Beieinandersein.

Song

Song

Music & Lyrics: Golo Schmiedt, Susanne Koch, Gareth Vaughan

Produced by: Wolfgang Schmiedt

Mixed by Wolfgang Schmiedt

Mastered by Christian Kuzio

vocals: Susi Koch, Golo Schmiedt, Jacqueline Boulanger

guitars & bassguitar: Wolfgang Schmiedt, Golo Schmiedt

Video

Video

Kamera: Julius Holtz, von anfang anders filmproduktion, https://vonanfanganders.de/

Videokonzept: Katrin Bartel, Marcus Müller, Wolfgang Schmiedt, von anfang anders filmproduktion

Tanz: Luise Krämer, Daniele Varallo, Johanna-Marie Andres, Brit Brauermeister, Melle Mellsen, Petra Cavet

Puppets: Bettina Raasch

Studierende Universität Rostock: Annika Behrendt, Lukas Hering, Antonia Bücker, Ruben Faust, Pascal Knefeli, Philipp Leist, Mona Mergemeier, Thora Mertz, Marie Pleßmann, Vivienne Reuter, Niklas Röpke, Ruven

Hochschullehrende und Rektorat der Universität Rostock: Sebastian Fricke, Prof. Dr. Patrick Kaeding, Prof. Dr. Carolin Retzlaff-Fürst, Prof. Dr. Wolfgang Schareck, Gareth Vaughan

Videoschnitt: Marcus Müller, Universität Rostock

Location und Licht: M.A.U.Club Rostock https://www.mauclub.de/ und ZLB Universität Rostock

Produktion und Ansprechpartnerin

Produktion und Ansprechpartnerin

Katrin Bartel

Geschäftsführung und Bereichsleitung Lehrerbildung

Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB)

Geschäftsstelle der Universität Rostock

Doberaner Straße 115, 2. OG

18057 Rostock